Einen Besuch des Sommerpalastes am nordwestlichen Rand der Stadt sollte jeder Besucher Pekings einplanen. Die Gartenanlage ist nicht nur die größte erhaltene ihrer Art in China, sie bietet auch eine besondere Vielfalt.
Der Sommerpalast in seiner heutigen Form geht auf Kaiser Qianlong zurück, der einen bereits seit der Jin-Dynastie im 12. Jahrhundert existierenden Garten vergrößern ließ und ihn Garten der Klaren Wellen (Qingyi Yuan) nannte. Aus Anlaß des 60. Geburtstags seiner Mutter ließ der Kaiser auf dem seither als Berg der Langlebigkeit (Wanshou Shan) benannten Hügel viele neue Gebäude errichte, die allerdings von ausländischen Truppen gleich zweimal weitgehend zerstört wurden – 1860 am Ende der Taiping-Revolution und 1900 in Folge der Niederschlagung des sogenannten Boxer-Aufstandes.
Cixi, die als Konkubine des Kaisers Xianfeng (Regierungszeit 1850-61) zur Macht aufstieg und die Geschicke Chinas als Regentin und Mutter des Kaisers Tongzhi mehr als 40 Jahre bestimmte, erkor sich die Anlage zu ihrem bevorzugten Aufenthaltsort und Lustgarten. Von ihr bekam er seinen heutigen Namen als Garten der Harmonischen Einheit (Yiheyuan), die im Westen gebräuchliche Bezeichnung Sommerpalast stammt von den ausländischen Gesandten. Die zerstörten Gebäude ließ sie wieder aufbauen bzw. restaurieren.