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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Die Rückkehr des "Großen Drachen":
Ist China auf dem Weg zu einer Vormachtstellung in Asien? - Elisabeth
Brandstetter
- Zusammenfassung -
Neben historischen Ursachen und der dynamischen Wirtschaftsentwicklung
der Volksrepublik (VR) China wird die "China threat"-These mit der
Perzeption eines expansiven Chinas begründet, das wegen seiner militärischen
Hochrüstung ein Sicherheitsrisiko vor allem für die asiatische Region
darstellt.
Diese These scheint ungeachtet des Bekenntnisses Chinas zu den
"Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz" auf Grund von ungelösten
Territorialfragen mit sämtlichen Nachbarstaaten Bestätigung zu finden:
Besonders brisant ist die Auseinandersetzung um die Zugehörigkeit der Spratly-
und Paracel-Inseln, an der neben China die Philippinen, Malaysia, Brunei, Vietnam
und Taiwan beteiligt sind. China schreckte bei der Durchsetzung seiner Interessen
nicht davor zurück, Gewalt anzuwenden und lässt durch seine militärische
Aufrüstung Bedenken bei seinen Nachbarn entstehen.
Die Auseinandersetzungen zwischen China und Indien, die sich zum
einen um den Grenzverlauf zwischen beiden Staaten drehen, die zum anderen aber
auch in der Unterstützung Tibets von Seiten Indiens begründet sind,
konnten im Wesentlichen entschärft werden. In jüngster Zeit jedoch
verschlechterten sich die Beziehungen zwischen beiden Staaten wegen der atomaren
Aufrüstung Indiens, die eine Gefahr für die Stabilität der gesamten
südasiatischen Region bildet. Eine Aufwertung der sino-pakistanischen Beziehungen
erscheint damit wahrscheinlich.
Bezüglich der koreanischen Halbinsel ist es Chinas nachhaltigstes
Interesse, den Einfluss fremder Mächte, im Besonderen Russlands, der USA
und Japans, weitgehend auszuschalten, weswegen China sich für eine neue
koreanische Friedensordnung stark macht und einer Wiedervereinigung der beiden
Staaten Nord- und Südkorea auf lange Sicht positiv gegenüber steht.
Trotz der zahlreichen Konfliktlinien zwischen China und seinen
Nachbarstaaten ist eine Eskalation der Situation sehr unwahrscheinlich: Zwar
möchte die Volksrepublik langfristig das Machtvakuum in der asiatischen
Region füllen, jedoch ist dies nicht im Sinne einer expansiven militärischen
Bedrohung zu sehen. Solange es zur obersten Priorität Chinas gehört,
wirtschaftliches Wachstum zu fördern, ist die Volksrepublik auf regen Handel
und somit auf gute Beziehungen zu seinen Nachbarn und Stabilität in der
asiatischen Region angewiesen.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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