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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Die Sicherheitspolitik der VR China Sicherheitsdoktrinen und die Rolle
der Volksbefreiungsarmee - Andreas Groß
- Zusammenfassung -
"Das 21.Jahrhundert wird das chinesische Jahrhundert sein."
Diese Aussage ist von chinesischen Politikern häufig zu hören. Im
Westen werden solche Aussagen allerdings mit gemischten Gefühlen aufgenommen:
Sind sie das Produkt der zu erwartenden wirtschaftlichen Stärke? Oder aber
baut China vielmehr auf seine zunehmende militärische Macht?
Die Befürchtung, China könne sich vor allem auf seine
militärische Stärke verlassen, ist weit verbreitet. Dabei wird gerne
vom Bild einer unberechenbaren, aggressiven Großmacht ausgegangen. Tatsächlich
aber basiert auch die chinesische Sicherheitspolitik auf ganz konkreten Interessen
und Bedrohungsszenarien. Der wirtschaftliche Aufschwung, die unsichere Situation
in Zentralasien, das allgemeine Wettrüsten in der Region sowie die Territorialkonflikte
mit Taiwan und im Südchinesischen Meer stehen im Zentrum der chinesischen
Sicherheitspolitik. Generell konzentriert sich das ganze chinesische Sicherheitskonzept
auf den asiatischen Raum. Auch Konfrontationen mit den USA beziehen sich nahezu
ausschließlich auf deren Rolle in Asien, globale Ambitionen rücken
demgegenüber in den Hintergrund. Problematisch aus chinesischer Sicht sind
die Spannungen zwischen den einzelnen Zielen: Einerseits benötigt man für
den wirtschaftlicher Aufschwung ein friedliches Umfeld und gutnachbarliche Beziehungen,
andererseits erzwingt das chinesische Taiwan-Konzept immer wieder Drohgebärden
und die Bereitschaft zum Einsatz von Gewalt.
Dementsprechend umfaßt die konkrete Sicherheitskonstruktion
sowohl militärische als auch nicht-militärische Mittel, um der komplexen
Zieldefinition möglichst nahe zu kommen. Die massive Aufrüstung steht
vor allem im Zeichen einer Modernisierung der Armee und der Vorbereitung auf
einen begrenzten Krieg an der Peripherie. "To assert one’s own standpoint"
ist das Ziel der Militärpolitik, eine weitere Eskalation muß dagegen
ausgeschlossen werden. Dazu hat China sein stehendes Heer um 1,5 Millionen Soldaten
verkleinert und gleichzeitig die Ausstattung bei den Luft- und Seestreitkräfte
verbessert. Prinzipiell müßte die gesamte Armee komplett neu ausgerüstet
werden, die Konzentration auf ausgewählte Bereiche zielt eindeutig auf
Taiwan und das Südchinesische Meer. Wenn es zu einem militärischen
Konflikt mit China kommen sollte, dann nur hier. Im nicht-militärischen
Bereich bevorzugt China bilaterale Kontakte, multilateralen Sicherheitssystemen
steht man eher skeptisch gegenüber. Die Beziehungen zu anderen Ländern
sind meist als neutral zu bezeichnen, signifikant ist allerdings die enge Zusammenarbeit
mit Rußland.
Motive und konkrete Umsetzungen der chinesischen Sicherheitspolitik
stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Daneben wird ein Blick auf die historische
Entwicklung geworfen und der Frage nachgegangen, welchen Einfluß die chinesischen
Militärs auf den sicherheitspolitschen Kurs Beijings tatsächlich haben.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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