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Der Päonien-Pavillon
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| Mit Qian Yi in der Rolle der Du
Liniang (Die Schöne Du) und vierzig Schauspielern, Sängern und Musiker.
Bild: © ARD/BR, Quelle: ZDF |
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Die Chinesische Oper ist eine Kunstform, die viele Elemente umfasst: Gesang,
Tanz, Akrobatik, Stelzenlauf, Puppenspiel und Kampfkunst verschmelzen darin.
Den "Päonien-Pavillon" könnte man mit einer bunten, opulenten "Soap" vergleichen.
Wie in den Stücken des Zeitgenossen Shakespeare spielt rund um die zentrale
Handlung - eine romantische und poetische Liebesgeschichte - eine Armada schillernder
Charaktere und verwegener Handlungsstränge.
Du Liniang begegnet ihrem Geliebten Liu Mengmei zuerst in einem erotischen
Traum. Im wirklichen Leben kann sie ihren Geliebten nicht wiederfinden. Sie
verzehrt sich in unendlicher Sehnsucht nach ihm, bis sie daran stirbt. Der Richter
der Unterwelt ist überwältigt von ihrer Schönheit. Er erlaubt ihr, als Geist
auf die Erde zurückzukehren und weiter nach ihrem Geliebten zu suchen. Am Ende
ist ihre Liebe so stark, dass sie den Tod überwindet. Der Weg dahin ist aber
gepflastert mit äußeren Widrigkeiten und inneren Prüfungen: ungläubige Eltern,
eindringende tatarische Horden, ungeschickte Diener, Banditen und vieles mehr.
Insgesamt treten 160 Charaktere auf, gespielt von 23 Schauspielern. Die traumartige
Geschichte entführt das Publikum in das noble China zur Zeit der Sung-Dynastie
(960-1279). Dabei wechseln sich verträumte Episoden mit ausladenden Szenen ab,
lyrische Poesie mit burlesker Komik.
Das epische Werk gilt als Meisterstück von Tang Xianzu, einem Dramatiker aus
dem 16. Jahrhundert und hat bis heute nichts von seinem Zauber und seiner Kraft
eingebüßt. Tang Xianzu hat das Libretto zu "Der Päonien-Pavillon" auf bekannte
Melodien der Kunju-Operntradition gedichtet. Anders als bei der bekannteren
Peking-Oper ist der Stil subtil und lyrisch.
Die aktuelle Inszenierung von Chen Shi-Zheng wurde nach einer äußerst erfolgreichen
Generalprobe in Shanghai 1998 von der dortigen Kulturbehörde verboten und es
gelang erst nach langwierigen diplomatischen Verhandlungen Kostüme und Dekorationen
freizubekommen. Erst ein Jahr später kam es beim Lincoln Center Festival in
New York zu einem sensationellen Premieren-Erfolg.
Im Herbst 2001 war der "Päonien-Pavillion" im deutschen Frernsehen zu sehen.
Die Fernseh-Fassung entstand bei einer Aufführung im Rahmen des Festival d'Automne
Ende 1999 in der Grande Halle de la Villette in Paris. Die 18stündige Originalfassung
wurde dafür in 13 Folgen von je 60 Minuten geschnitten und von 3sat ausgestrahlt.
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