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Happy Together - Glücklich vereint?
Zur Dimension von Globalisierung und Nationalkinematografie im Hongkong Film
- von Carmen Sztob

  I     II     III     IV     V     VI     Inhaltsverzeichnis des Artikels

I. EINLEITUNG

Kaum eine der action-orientierten Hollywood Produktionen der letzten Jahre scheint ohne eine mehr oder weniger explizite Adaption von stilistischen Elementen des Hongkong Films auszukommen. Ob in philosophierenden Blockbustern wie der MATRIX-Trilogie, post-modernen Kultfilm-Konstruktionen wie Quentin Tarantinos KILL BILL oder Ausflügen des Autorenkinos ins Reich der Spektakel wie Ang Lees TIGER AND DRAGON - Hongkongs Repräsentationsmodus scheint allgegenwärtig.

Weit über die räumliche und kulturelle Ausdehnung Asiens hinaus hat der Hongkong Film seit den 1990er Jahren Einzug in die Filmfestivals und Kinos vor allem der USA und Europas gehalten. Während das Filmschaffen in der ehemaligen Kronkolonie auch sechs Jahre nach der Rückgabe an die Volksrepublik China mit Unsicherheit auf seine zukünftige Existenz blickt, sind seine Artikulationen integraler Bestandteil einer globalen Massenkultur geworden.

Keine Nationalkinematografie außerhalb Hollywoods scheint so sehr geeignet, global verwertbare Produkte herzustellen, wie die Hongkongs. Warum ist das so? Welche Prozesse artikulieren sich hier? Welche Auswirkungen hat das auf die nationale Kinematografie?

Um diesen Fragen nachzugehen, möchte ich in vorliegendem Essay Hongkong als einen Ort der kumulierten Globalisierungserfahrung begreifen. Einen Ort, an dem aufgrund seiner speziellen Situation sich weltweit anbahnende Entwicklungen in einer Art Hypermoderne zusammenlaufen und der zugleich Projektionsfläche imaginärer Projektionen von Modernität ist.

Von dieser Grundlage aus läßt sich das Filmschaffen in Hongkong ab den 1980er Jahren als Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten in Antwort auf diese Erfahrung charakterisieren - und der Erfolg des Hongkong Films als Antwort des Publikums auf dessen Erfahrungen in einer sich zunehmend globalisierenden Umwelt. Allgemeine Prozesse der kulturellen Globalisierung ließen sich somit am Beispiel des Hongkong Films erschließen.

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